Denkmalschutz und Windenergieanlagen

Die Energiewende verändert das Landschaftsbild: So findet man PV-Flächen überall, entlang von Autobahnen, auf Freiflächen und in beinahe jeder Ortschaft gibt es Dächer mit Modulen. Auch Windenergieanlagen gestalten unser Landschaftsbild. Aufgrund der Windverhältnisse werden in Süddeutschland bevorzugt Schwachwindenergieanlagen gebaut, die sich unter anderem durch eine hohe Nabenhöhe und einen großen Rotordurchmesser auszeichnen. Gleichzeitig sind Windenergieanlagen (WEA) im Vergleich zu normalen Gebäuden recht filigran und in ihrer Farbgebung darauf bedacht, ihre Sichtbarkeit in der Landschaft zu reduzieren. In der Novemberausgabe des WindJournals wird das Thema “Denkmalschutz und Windenergieanlagen” beleuchtet.

Landschaftsbild und Raumwirksamkeit

Landschaftsbild und Kulturdenkmäler gehören zu den Schutzgütern, die bei Planungen von Vorrangflächen und im Genehmigungsverfahren als öffentlicher Belang zu berücksichtigen sind. WEA können sich auf die Umgebung und die großräumige Sichtbeziehung nahe gelegener Denkmäler auswirken. Der Denkmalschutzbehörde als Träger öffentlicher Belange geht es dabei besonders um den Erhalt der visuellen Integrität von kulturlandschaftsprägenden Baudenkmälern. Im Prüfverfahren gilt es zunächst, das Schutzgut des Denkmals zu klären, dann bewusst hergestellte Blickbeziehungen aus der Umgebung auf das Denkmal und zugehörige Wegebeziehungen in Erfahrung zu bringen. Als nächstes gilt es, die Sichtbeziehung im Feld zu überprüfen, ob das Denkmal überhaupt von den relevanten Punkten aus gesehen werden kann. Das hängt oftmals von der Exposition des Denkmals und der geographischen Lage der ausgewiesenen Windvorrangfläche ab. Anschließend gilt es im Zuge der Projektentwicklung, mittels Fotomontage die Raumwirksamkeit von Denkmal und WEA ins Verhältnis zu setzen. Von der Landesdenkmalpflege wird eine Stellungnahme abgegeben, in der Hinweise oder Anregungen, Bedenken oder erhebliche Bedenken hervorgebracht werden können. Diese wird in den Umweltbericht aufgenommen, der Gegenstand der Baugenehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz ist. Generell kann keine pauschale Abstandsregelung getroffen, es muss der jeweilige Einzelfall untersucht werden.

Als Planer von Windenergieanlagen ist es sinnvoll, frühzeitig mit der Denkmalschutzbehörde in Kontakt zu treten, um deren Einschätzung im Projektverlauf berücksichtigen zu können.

Wissenswertes zum Thema Windenergie finden Sie in der Novemberausgabe des WindJournals von Green City Energy sowie im Archiv, in dem Sie alle bislang erschienenen Ausgaben des WindJournals abrufen können.