Ein Viertel der Deutschen würde in Erneuerbare Energien investieren

Windparks, Solarstromanlagen oder Wasserkraftwerke sind für rund 26 Prozent der Bundesbürger eine attraktive Geldanlage. Diese Tatsache bestätigt eine bevölkerungsrepräsentative Studie, welche die Green City AG in Kooperation mit dem Institut für nachhaltige Kapitalanlagen in Auftrag gegeben hatte. Im bundesweiten Vergleich ist das Interesse an Investitionen in grüne Energieanlagen am höchsten – skeptisch hingegen ist die Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern.

Mehr Menschen möchten sich persönlich engagieren

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist für insgesamt drei von fünf Bundesbürgern ein elementarer Schlüsselpunkt des Klimaschutzes. Immer mehr Menschen möchten einen persönlichen Beitrag zum Klima leisten und Ihr Kapital sinnvoll anlegen: Für 29 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen kommt eine Investition in Erneuerbare Energien in Frage. Im Alter zwischen 20 und 29 Jahren ist diese Bereitschaft noch höher: Etwa 30 Prozent dieser Altersgruppe sind an einer Investition in regenerative Energiequellen interessiert. Diese Ergebnisse gehen aus der Studie „Erneuerbare Energien aus Sicht von Finanzentscheidern in Privathaushalten“ hervor. Insgesamt 1.678 Personen wurden im Rahmen der Studie von der GfK Nürnberg durchgeführt. Auftraggeber ist die Green City AG in Kooperation mit dem Institut für nachhaltige Kapitalanlagen.

Investitionsbereitschaft bei Akademikern höher

Je höher der Bildungsstand, desto höher ist die Bereitschaft, in grünen Strom zu investieren: Lediglich 14 Prozent der Befragten mit Hauptschulabschluss nehmen Investitionen in Erneuerbare Energien-Anlagen als attraktiv wahr. Bei Bundesbürgern mit Abitur spiegelt sich eine ganz andere Zahl wieder: Insgesamt 43 Prozent sind hier an solch einer Kapitalanlage interessiert. Sechs Prozent aller befragten Bürger haben bislang schon in diesem Bereich Geld angelegt. „Das Interesse ist weit größer als es die bisherigen Investments von Privatanlegern vermuten lassen“, sagt Frank Wolf, Finanzvorstand der Green City AG. „Das Potenzial für die Finanzierung der Energiewende ist also noch längst nicht ausgeschöpft. Um noch mehr privates Kapital für den Klimaschutz zu mobilisieren, ist verstärkt Aufklärungsarbeit über diese Anlageprodukte erforderlich.“

Diskrepanz zwischen Ost- und Westdeutschland

Fakt ist auch: In den alten Bundesländern ist der Anteil der Befragten, die bereits in Kapitalanlagen zur Förderung Erneuerbarer Energien investiert haben, deutlich höher als in den neuen Ländern: In Westdeutschland sind es knapp sieben Prozent der Befragten, in Ostdeutschland nur circa 2 Prozent. Betrachtet man die Interessenlage an Erneuerbaren-Energien-Investitionen im regionalen Kontext, so stellt sich heraus: Mit rund 43 Prozent der Befragten ist das Interesse an solchen Kapitalanlagen in Hamburg am größten. Überdurchschnittlich interessiert sind auch Befragte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Mit nur 6,3 Prozent der Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern fällt die empfundene Attraktivität von Öko-Energie als Anlageobjekt eher rar aus.

„Mit dem gewachsenen Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Bevölkerung ist auch die Nachfrage nach grünen Anlagemöglichkeiten gestiegen“, sagt Rolf Häßler, Geschäftsführer des SKI. „Dennoch sin die Vorbehalte gegenüber Aktien, Anleihen und dergleichen bei Privatanlegern nach wie vor weit verbreitet.“

Über die Studie

Für die Studie „Erneuerbare Energien aus Sicht von Finanzentscheidern in Privathaushalten“ wurden im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung bundesweit 1.678 Personen befragt, die in ihrem Haushalt über Finanz- und Geldangelegenheiten entscheiden oder mitentscheiden. Die Befragung wurde von der Green City AG in Kooperation mit dem Institut für nachhaltige Kapitalanlagen (NKI) in Auftrag gegeben und durch die GfK Nürnberg durchgeführt.