Erneuerbare mit voller Kraft voraus

Die grünen Energien sind deutlich auf dem Vormarsch: Im ersten Halbjahr konnten die Regenerativen 41,5 Prozent der Stromproduktion in Deutschland decken. Die Dringlichkeit und Funktionsfähigkeit der Alternativenergie haben große Energiekonzerne jetzt auch erkannt. Der Ausbau von Wind- und Solaranlagen schreitet rasant voran und schlägt sich in aussagekräftigen Zahlen nieder. Um diesen Wachstum aufrechtzuerhalten muss jetzt nur noch die Politik mitspielen.

Erneuerbare haben die Kohle überholt

Aus einer Analyse des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme (ISE) wird der Energieschub der Alternativenergie deutlich: 41,5 Prozent ist der stolze Nettowert der deutschlandweiten Stromerzeugung an grüner Energie. Die größte Produktionsquelle ist hier mit 20 Prozent auf die Windenergie zurückzuführen. Damit ist diese der Biomasse und der Sonnenenergie, die bei jeweils 8 Prozent liegen, schon voraus. Insgesamt brachten die Erneuerbaren laut dem Fraunhofer ISE 114 Milliarden Kilowattstunden im ersten Halbjahr ans Netz. Der produzierte Strom aus Kohlekraftwerken liegt mit 38 Prozent nun unter dem Erzeugnis der Öko-Energien. Gaskraftwerke kommen auf einen Anteil von 7 Prozent und Atomkraftwerke auf rund 13 Prozent.

Politik kann Wachstum fördern

Der Grund für den Anstieg im ersten halben Jahr ist laut Christoph Podewils (Denkfabrik Agora Energiewende) sowohl der hohe Zubau von Windkraftanlagen, als auch die durchaus vorteilhaften Wetterbedingungen. Weiter argumentiert Podewils, dass für die Fortführung dieser steigenden Tendenz unbedingt der endgültige Beschluss zu den im Koalitionsvertrag vereinbarten Sonderausschreibungen für Wind- und Solaranlagen benötigt werde. Genau das würde auch einer weiteren Entfernung der GroKo von Ihren Klimaschutzzielen entgegenwirken. An dieser Stelle sieht Green City Vorstand und Mitherausgeber von Klimareporter Jens Mühlhaus aber momentan schwarz: Von den geplanten Sonderausschreibungen von je 2.000 Megawatt Solar- und Windkraft an Land ist bis jetzt in der Bundesregierung nichts zu hören. Gerade um den Missstand der EEG-Ausschreibungsrunden der Bundesnetzagentur von 2017 auszugleichen sowie Klimaschutzzielen gerecht zu werden, seien diese Sonderausschreibungen von großer Bedeutung. Nun wird die Umsetzung verzögert. Ein klares Zeichen für Jens Mühlhaus: In Sachen Klimaschutz hat die Regierung wohl keinen Zeitdruck.

Vergangenen Sonntag sprach Jens Mühlhaus in der aktuellen Herausgeberkolumne von Klimareporter nicht nur über den fehlenden Antrieb der Bundesregierung für die Durchsetzung der Sonderausschreibungen. Das Versagen der Prämie für den Kauf von Elektro-Autos sowie der Siegeszug der Solarenergie wurden zusätzlich thematisiert.

Lesen Sie unter www.klimareporter.de das ausführliche Interview mit Jens Mühlhaus.