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Flexibilisierung der Biogasanlage Seckach erfolgreich umgesetzt

Die Green City-Biogasanlage im baden-württembergischen Seckach wurde 2006 zusammen mit Landwirten aus der Region realisiert. Die 844 kWel-Anlage erzeugt jährlich 6,78 Millionen kWh Strom und speiste 3 Millionen kWh Wärme ins eigens errichtete lokale Wärmenetz. Nun hat die Anlage eine umfassende Umrüstung erfahren. Die installierte Leistung wurde mittels eines zusätzlichen Blockheizkraftwerkes auf 2047 kWel Leistung erhöht, das Gasspeichervolumen aufgestockt und eine neue Trafostation installiert. Der Testlauf sowie das vorgeschriebene Umweltgutachten verliefen positiv, der Regelbetrieb ist gestartet. Damit ist die Biogasanlage Seckach fit für die Zukunft. Vorteil des zukunftsweisenden Projektes: die flexible Fahrweise ermöglicht eine bedarfsgerechte Einspeisung.

Die Biogasanlage in der Gemeinde Seckach im Neckar-Odenwald-Kreis wurde 2007 am Ortsrand von Großeicholzheim errichtet. Sie hatte ursprünglich eine elektrische Leistung von 536 kW und wurde 2009 auf 844 kWel erweitert. Sie produzierte durchschnittlich 6.78 Millionen kWh Strom. Damit versorgte die Anlage rund 2.000 Haushalte mit grünem Strom aus nachwachsenden Rohstoffen und sparte so insgesamt ca. 3.500 t CO2-Emissionen pro Jahr. Seit 2009 wird die Abwärme, die bei der Verstromung von Biogas entsteht, zusätzlich zur Holztrocknung genutzt. Seit Dezember 2013 ist die Anlage außerdem an das Nahwärmenetz des Ortsteils Großeicholzheim angeschlossen und versorgt 122 Haushalte.

Doppelte Power für mehr Nachhaltigkeit

Der größte Vorteil von Biogasanlagen ist, aus nachwachsenden Rohstoffen immer dann Strom und Wärme zu erzeugen, wenn diese benötigt werden. Um dieses Potential voll auszuspielen, ist eine entsprechend intelligente Anlagensteuerung erforderlich. Die Biogasanlage wird sich zukünftig sowohl am Wärmebedarf des Fernwärmenetzes der Bürger-Energie-Großeicholzheim eG. als auch dem aktuellen Bedarf am Strommarkt orientieren und dementsprechend flexibel einspeisen. Das bedeutet zum einen eine Entlastung des bestehenden Stromnetzes, da flexibel steuerbare Blockheizkraftwerke die schwankende Stromproduktion aus Wind- und PV-Anlagen ausgleichen können. Ein weiterer Vorteil der Umrüstung besteht darin, dass die Versorgung des Wärmenetzes der Bürger-Energie Großeicholzheim im Winter optimiert werden kann. Denn mit dem zweiten Blockheizkraftwerk, welches eine elektrische Leistung von 1.203 kW bzw. eine thermische von 1.201 kW vorweist, ist es möglich, den während der Sommermonate reduzierten Betrieb in den Wintermonaten mittels Erhöhung der Leistung auszugleichen. Die jährliche elektrische Energieerzeugung der Biogasanlage bleibt davon jedoch unberührt bzw. mit 7,1 GWh konstant. Ziel ist es zudem, die Wärmeversorgung vollständig ohne den bisher während der Spitzenlasten notwendigen Einsatz von Heizöl zu realisieren.

Fit für das nächste Jahrzehnt

Eine Umrüstung zugunsten einer bedarfsgerechten, flexiblen Produktion ist notwendig, damit Biogasanlagen ihren Beitrag zur Bedienung der Residuallast leisten können. In der Firma Schmack Biogas Service GmbH wurde ein kompetenter Partner gefunden, der mit der Umsetzung des Konzeptes betraut wurde. Die Gesamtkosten für die Flexibilisierungsmaßnahme beliefen sich auf ca. 1,3 Mio. Euro. „Die Anlage ist mit der Umsetzung der Flexibilisierungsmaßnahme sehr gut für einen erfolgreichen Weiterbetrieb bis mindestens zum Ablauf der EEG-Laufzeit Ende 2026 und gegebenenfalls für weitere 10 Jahre gerüstet.“, so Eduard Schindler, Projektleiter Biogas bei Green City.