Jens Mühlhaus über die CO2-Steuer, den Megatrend E-Sharing und eine sinnvolle Digitalisierung

Beim unabhängigen Online-Magazin Klimareporter hieß es mal wieder „Mühlhaus‘ Woche“: Immer sonntags erzählen die Mitherausgeber abwechselnd, welche Neuigkeiten in Sachen Energie- und Verkehrswende sie besonders beschäftigt haben. Bei Green City-Vorstand Jens Mühlhaus standen vor allem die Diskussion um die CO2- Steuer sowie die Digitalmesse re:publica im Vordergrund.

Machen, nicht Ängste schüren!

Dass die CO2-Bepreisung ein zentraler Baustein für den Kampf gegen den Klimawandel sein wird, davon ist Mühlhaus überzeugt. Erschreckend findet der Green City-Vorstand allerdings, wie mit den Ängsten der Bürgerinnen und Bürgern gespielt wird. Die immer wieder vorgebrachten Einwände, dass durch eine CO2-Steuer vor allem Pendler und Geringverdiener belastet werden und vielleicht eine Protestwelle wie in Frankreich droht, sind bekannt. Deutschland hinkt beim Thema Klimaschutz hoffnungslos hinterher und wer dann wie Frau Kramp-Karrenbauer auf eine große globale CO2-Lösung hofft, der wird nicht vorwärts kommen. Die CO2-Steuer und der einkommensneutrale Umbau aller Kleinabgaben sind wirklich tiefhängende und reife Kirschen – was außer heftiger Lobbyeinfluss könnte unsere Regierung vor einer umjubelten Ernte abhalten? Macht doch einfach!

E-Mobilität mit Maß statt Masse

Die E-Mobilität wird laut Mühlhaus künftig einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, unsere Fortbewegung nachhaltig zu gestalten. Klar im Fokus: die Sharing-Angebote. Die Idee des Teilens und Leihens beispielsweise von E-Rollern ist ein Megatrend der Zukunft. Dass es funktionieren kann, hat die Zusammenarbeit von Green City mit dem Sharing-Anbieter ‚emmy‘ in München gezeigt: Über ein Crowdinvestment konnten so in kurzer Zeit 350 rote Elektroflitzer auf die Straße gebracht werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: E-Roller sind umweltfreundlich, platzsparend und kostengünstig. Und sie können einen wichtigen Beitrag in der städtischen Mobilität leisten, in dem sie unnötige Autofahrten ersetzen auf Strecken, die der öffentliche Verkehr nicht so gut bedienen kann. Ob die umjubelten elektrischen Tretrollern aber wirklich in solchen Massen wie angekündigt gebraucht werden, da ist der Green City-Vorstand eher skeptisch.

Nachhaltige Community

Positiv überrascht war Jens Mühlhaus, dass bei der re:publica das Thema Nachhaltigkeit ganz oben auf der Agenda stand. Da ist ein Umdenken erkennbar, schließlich sorgt die Digitalisierung ja eher für einen steigenden Energiebedarf. Wenn man jetzt allerdings mit einer so großen Community die Chance ergreift, digitale Technologien sinnvoll zu nutzen und in den Dienst der Nachhaltigkeit zu stellen, bringt uns das alle schon einen guten Schritt weiter.

Das ganze Interview können Sie hier nachlesen: https://www.klimareporter.de