Jens Mühlhaus im Gespräch mit Klimareporter

Mitte November hieß es bei dem unabhängigen Online-Magazin Klimareporter mal wieder Mühlhaus‘ Woche: Immer sonntags erzählen die Mitherausgeber abwechselnd, welche Neuigkeiten in Sachen Energie- und Verkehrswende sie die Woche zuvor besonders beschäftigt haben. Im Interview spricht Green City-Vorstand Jens Mühlhaus über die Nebenfolgen des Energiesammelgesetzes, die Green City-Themenreihe „Frauen investieren anders“ und gegensätzliche Aussagen innerhalb der Freien Wähler-Partei.

Bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung erfordert hohen Aufwand

Fakt ist: Die Sonderausschreibungen für Solar- und Windkraftanlagen werden realisiert. Das Energiesammelgesetz, so Mühlhaus, hat aber auch seine Fallen für die Branche. Die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung der Windräder zum Beispiel. Die Regelung ist richtig und wichtig für die Akzeptanzbereitschaft am Standort, denn viele Bürger fühlen sich von dem nächtlichen Warnblinklicht für den Flugverkehr gestört. Für Anlagenbauer ist die Umsetzung dieser Neuregelung aber gar nicht so einfach: Sowohl neu errichtete Anlagen, als auch bereits bestehende müssen mit einer bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung gerüstet sein. Das für diese Funktion noch keine kostengünstige Serienlösung vorhanden ist, wurde nicht bedacht und fällt nun auf Kosten der Anlagenbauer. Denn wer hat schon einen solch hohen Finanz- und Arbeitsaufwand eingeplant? Deutlich wird an dieser Stelle wieder einmal die starke Abhängigkeit der Windbranche von politischen Rahmenbedingungen. Gerade vom wirtschaftlichen Einbruch der Windbranche erholt, wird der nächste Stolperstein gesetzt, erklärt Mühlhaus.

Auf Werthaltigkeit achten Frauen bei Investitionen besonders

In der aktuellen Themenreihe „Frauen investieren anders“ möchte Green City Frauen eine Plattform bieten, sich auf Augenhöhe auszutauschen und Fragen individuell zu beantworten. Doch warum eine Themenreihe nur für Frauen? Jens Mühlaus erklärt: Green City beobachtet schon seit Längerem einen beständigen Zuwachs an Anlegerinnen im Kundenstamm. Das hat folgenden Grund: Frauen entscheiden bei Investitionen besonders nach dem Kriterium Werthaltigkeit und greifbaren Projekten, mit denen sie sichtbar etwas verändern können. Männer hingegen sind besonders affin für Zahlengebilde. Die Green City-Informationsveranstaltungen werden trotz dessen überwiegend von Männern besucht. Das hat uns veranlasst, eine Informationsreihe nur für Frauen zu organisieren.

Green City klärt auf: Die fünf Unterschiede im Investitionsverhalten von Männern und Frauen.

Widersprüchlichkeit bei den Freien Wählern

Nicht überraschend war für Jens Mühlaus vergangene Woche: Das in den Koalitionsgesprächen nicht ersichtliche Ziel der Freien Wähler in Sachen Abschaffung der 10-H-Regel. Es war zu erahnen, so Mühlhaus. Im Gegenzug überraschend war: Die darauffolgende Aussage des bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber, in der er sich offen gegen die Braunkohle und für Erneuerbare Energien bekennt, auf den bayerischen Windausbau vermerkt und dezentrale Lösungen statt Stromtrassen vorschlägt. Wie diese Einstellung zum aktuellen Koalitionsvertrag passt, bleibt für Mühlhaus ungewiss, denn „wie passen dezentraler Ausbau der erneuerbaren Energien und die 10-H-Regelung in der Praxis zusammen“?, stellt der Green City-Vorstand in Frage.

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