Jetzt werden die Städte der Zukunft gebaut

Wir erleben gerade einen dieser seltenen Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Die Welt wird durch die Corona-Pandemie vor unseren Augen komplett aus den Angeln gehoben, nichts ist mehr, wie es einmal war. Corona ist eine Tiefenkrise, die nicht nur in unserem Bewusstsein ihre Spuren hinterlassen wird. Jetzt geht es darum, die Weichen zu stellen, wie wir zukünftig leben wollen. Wie wir wohnen, arbeiten, uns fortbewegen wollen. Ökostrom spielt dabei die vielleicht entscheidendste Rolle.

Das Unvorstellbare ist eingetreten, auf einmal merken wir, wie verwundbar wir in unserer komplexen Zivilisation sind. Dieses Gefühl kann heilsam sein. Der virale Schockmoment hat unser Hamsterrad angehalten und uns die Chance gegeben, inne zu halten. Die aktuelle Wahrnehmung vieler Menschen über den Zustand der Welt ist dabei nicht nur von der globalen Pandemie geprägt, sondern wird durch die Meldungen der Klimaforscher zu den akuten Kipppunkten in unserem Ökosystem auf eine noch substanziellere Ebene gehoben. Viele stellen sich die Frage, was wir tun müssen, um das Überleben auf dem Planeten Erde in jeder Hinsicht dauerhaft zu sichern. Die Antwort fängt auf der gesundheitlichen Ebene bei Hygienemaßnahmen an und lenkt zugleich den Blick auf das große Ganze.

So sind die CO2-Emissionen durch die pandemiebedingte Vollbremsung der Weltwirtschaft kurzfristig um 17 Prozent gegenüber dem üblichen Tageswert von rund 100 Millionen Tonnen gesunken. Dies ist ökonomisch gesehen brutal, aus der Klimaperspektive aber dauerhaft notwendig. Anders gesagt: Nur wenn wir die aktuelle Situation als Anlass für einen permanenten Strukturwandel unserer Lebensweise begreifen, haben wir als Menschheit die Möglichkeit unsere Zukunft lebenswert zu gestalten. Strukturwandel bedeutet nicht weniger, als den weltweiten CO2-Ausstoß jedes Jahr und über Dekaden hinweg in einem ähnlichen Tempo zu senken wie im Corona-Jahr 2020. Nur wie?

Ökostrom ist unser Rettungsring. Jede Kilowattstunde zählt.

Es geht also darum, diesen außergewöhnlichen Moment als Chance zu begreifen. Als Möglichkeit, mit der notwendigen Radikalität nachhaltige ökonomische Strukturen zu schaffen. Ob wir diese Transformation unseres modernen Lebensstils nun der Politik überlassen oder selbst in die Hand nehmen, an einer Lösung kommen wir nicht vorbei: Der Ökostromausbau ist die alles entscheidende Klimaschutzmaßnahme. Rund 55% aller globalen Klimagasemissionen werden verursacht durch die energetische Verbrennung fossiler Rohstoffe. Die Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien ist für das überlebensnotwendige Erreichen der CO2-Neutralität bis 2035, wie kürzlich in der von “Fridays for Future” beauftragten Studie des Wuppertal Instituts dargelegt, also essenziell.

Kolumne "So schaut's aus!" Foto: Sina Scherer
Kolumne “So schaut’s aus!” Foto: Sina Scherer

Zugespitzt könnte man also durchaus behaupten, dass Ökostrom das entscheidende Werkzeug zum Umbau unserer Zivilisation ist. Ökostrom wird durch die Kopplung der Sektoren Wärme, Strom und Mobilität zur universalen Energiequelle, zum Treibstoff für eine lebenswerte Zukunft. Städte und ihre Bevölkerung, sind der Schlüssel im globalen Wettlauf gegen die Zeit. Dort leben schon bald 75 % aller Menschen, Städte machen nur 3% der Erdoberfläche, aber 80% des globalen Energieverbrauchs aus. Dort liegt der entscheidende Hebel.

Und dort setzen wir seit 15 Jahren mit unserer Arbeit bei der Green City AG an. Wir produzieren im Kerngeschäft mit unseren eigenen regenerativen Energieanlagen den Ökostrom, um unsere Städte zu versorgen. Wir liefern mit unserer Ökostromtochter Green City Power unsere selbst produzierte Energie bis zum Verbraucher und finanzieren über unsere Kapitalprodukte den Kraftwerkspark der Zukunft. Denn wir wissen: Es ist jede Kilowattstunde Ökostrom, die jetzt zählt.

 

Martin Betzold ist Brand Manager der Green City AG. Seine Kolumne „So schaut`s aus!“ befasst sich meinungsfreudig mit gesellschaftspolitischen Themen im Kontext der Energie- und Verkehrswende sowie den damit einhergehenden Veränderungen.

Ihnen brennt ein Thema oder eine Antwort unter den Nägeln? Schreiben Sie direkt an unseren Kolumnisten: soschautsaus@greencity.de