Kraftwerkspark I: Green City zahlt Genussrechte vorzeitig zurück

Green City plant die vorzeitige Kündigung und Rückzahlung der Genussrechte des Kraftwerkspark I. Diesen konsequenten Schritt geht die Geschäftsführung der GCE Kraftwerkspark I GmbH nach dem Verkauf der Biogasanlage Thiendorf und des Solarparks Delitzsch, die aufgrund erheblicher Investitionsmaßnahmen bzw. kostenintensiver Sanierung die beste Lösung darstellten. Nun nutzt die Geschäftsführung den derzeitigen Verkäufermarkt und veräußert die bestehenden Anlagen bzw. Beteiligungen, um die Genussrechte vorzeitig an die Anlegerinnen und Anleger zurück zu führen.

Als der Kraftwerkspark I 2011 konzipiert wurde, erlaubten die damals geltenden Einspeisevergütungen im Verhältnis zu den Projektgestehungskosten aus heutiger Sicht ein deutlich höheres Renditeniveau. Aktives Fondsmanagement hat gezeigt, dass neue Investition nicht mehr zu den gleichen Renditeerwartungen möglich ist. Die damals kalkulierten Szenarien sind heute für Neuinvestitionen in Erneuerbare Energien nicht mehr marktgerecht und das Zinskonzept des Kraftwerkspark I kann auf dieser Basis nicht fortgesetzt werden. Mit der notwendigen Veräußerung und Abschreibung der Beteiligung an der Biogasanlage Thiendorf verringerte sich das ursprüngliche Beteiligungsportfolio um rund 15 %.

Entgegen der ursprünglichen Annahmen hat die Biogas-Anlage Thiendorf nie einen wirtschaftlichen Betrieb erreicht und konnte auch keine Ausschüttungen an den Kraftwerkspark I leisten. Dem Verkauf ging ein Verzicht wesentlicher Teile der der Biogasanlage Thiendorf von externen zur Verfügung gestellten Darlehen voraus. Trotz dieser vollständigen Abschreibung geht die Geschäftsführung aufgrund der aktuellen Marktpreise der verbliebenen Projekte davon aus, dass der Nennwert der Genussrechte zum heutigen Stand zu 100 Prozent aus dem Unternehmenswert des Kraftwerkspark I gedeckt ist.

Aus diesem Grund hat die Geschäftsführung entschieden, das bestehende Portfolio des Kraftwerkspark I im Interesse der Anlegerinnen und Anleger als wirtschaftlich beste Lösung vollständig zu veräußern. Den alternativen und bedingungsgemäß möglichen Weg einer Fortführung mit entfallender bzw. niedriger Zinszahlung halten wir im Sinne unserer Anlegerinnen und Anleger für nachteilig. Wir sehen aufgrund der derzeit vorherrschenden Marktbedingungen den jetzigen Zeitpunkt als ideal, um für die Genussrechtsgläubiger bestmögliche Rückzahlungsbedingungen zu erreichen. Der Veräußerungsprozess wird noch einige Monate in Anspruch nehmen. Die Geschäftsführung geht davon aus, spätestens im Juni 2019 über das Ergebnis der Veräußerungen und den Fortschritt der beabsichtigten Rückführung informieren zu können. Zu diesem Zeitpunkt soll dann auch die Kündigung der Genussrechte er- folgen.

Bis 2017 wurden die festen Zinszahlungen für die Tranchen A und B des Kraftwerkspark I in voller Höhe an die Genussrechtsinhaber ausbezahlt. Die planmäßige Zinszahlung in 2018 konnte insbesondere aufgrund der negativen Entwicklung der Biogasanlage Thiendorf nicht ausgereicht werden. In Summe wurden an die Anlegerinnen und Anleger des Kraftwerkspark I bisher Zinsen in Höhe von rund 3,2 Mio. Euro gezahlt. Das Projektgenussrecht mit einem Volumen von 10 Mio. Euro wurde im August 2011 von rund 1.050 Anleger und Anlegerinnen vollständig gezeichnet.

Leistungsbilanz: Zinszahlungen für Kraftwerksparks

Hinter dem Anlagenportfolio des Kraftwerkspark I steckt die Idee einer grund- und spitzenlastfähigen Energieerzeugung aus regenerativen Quellen. Die Anlagen des Kraftwerkspark I bilden in Summe einen grünen Energiemix aus Sonne, Wind und Wasser. Auch Bioenergie sollte ein Teil dieses Energiemix sein, erwies sich jedoch für den Kraftwerkspark I als letztlich wirtschaftlich untragbar. Im Jahr 2011 hat Green City mit dem Konzept der Kraftwerksparks begonnen und den Aufbau eines regenerativen Kraftwerkspools angestoßen. 108 Mio. Euro wurden seitdem in den Kraftwerkparks I-III von Anleger und Anlegerinnen investiert. Bis dato hat das Unternehmen für seine Kraftwerkspark-Genussrechte und -Anleihen Zinszahlungen in Höhe von 17 Mio. Euro geleistet.

In den Jahren 2005 bis 2012 hat die Green City AG insgesamt 12 Millionen Euro an Genussrechtskapital zur Unternehmensfinanzierung begeben, deren Zinszahlungen in voller Höhe an die Anlegerinnen und Anleger geleistet wurden. Alle Genussrechte wurden zwischenzeitlich in voller Höhe zurückbezahlt.