Offener Brief an Merkel : 2000 Unternehmen fordern Abschaffung des Solardeckels

Der Sommer rückt näher und mit ihm ein Erreichen des Förderdeckels von Solaranlagen. Die laut EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) festgelegte Fördergrenze von 52 Gigawatt Gesamtleistung wird in Deutschland bis voraussichtlich Mitte dieses Jahres installiert sein. Das bedeutet, dass ein Großteil der Solaranlagen nicht mehr gefördert wird und die wichtige Basis der Einspeisevergütung entfällt.

In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordern deshalb der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) eine baldige Abschaffung des Förderdeckels. Innerhalb weniger Tage wurden von Unternehmen aus Produktion und Handel, von Zulieferern und Installateuren 2000 Unterschriften gesammelt. Auch Green City beteiligte sich schriftlich an diesem Aufruf zur Förderung nachhaltiger Energiewirtschaft.

Zwar hatte man sich von Seiten der Regierung bereits für eine Aufhebung des Solardeckels ausgesprochen, jedoch steht einer tatsächlichen Gesetzesänderung die Uneinigkeit von Union, SPD und Ländern bezüglich Mindestabstandsregeln für Windkraftanlagen noch im Weg. Sollte man hier nicht zu einer baldigen Entscheidung kommen, drohe ein Stopp für den Ausbau weiterer Anlagen. Investitionen würden ausbleiben und die Nachfrage nach Solardächern schwinden. Nicht zuletzt aufgrund der wirtschaftlichen Herausforderung, verursacht durch die Corona-Krise, und des festgelegten Klimaziels von 65 Prozent Ökostrom bis 2030, muss hier nun ein positives Zeichen für den Ausbau Erneuerbarer-Energien-Anlagen gesetzt werden.