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Pionierin der Frauenfinanzen Helma Sick im Interview

Helma Sick (Copyright Quirin Leppert)
Helma Sick ©Quirin Leppert

 

Am 5. November steht Helma Sick, Buchautorin („Ein Mann ist keine Altersvorsorge“) und erfahrene Finanzkolumnistin der Zeitschrift „Brigitte“ bei unserer Veranstaltung „Frauen investieren anders“ Rede und Antwort.

Bereits vorab war die Finanzexpertin im Gespräch mit Green City. Sie erzählt uns, wie sie die Situation von Frauen heute einschätzt und gibt Einblick in ihre Tätigkeit als Autorin.

Dienstag, 5. November, 18:30 Uhr
Münchner AIDS-Hilfe, Lindwurmstraße 71, 80337 München, Nähe Goetheplatz

Kostenlose Anmeldung unter finance@greencity.de oder 089 890668-400

***Diese Veranstaltung ist bereits ausgebucht***

Helma Sick im Gespräch mit Green City

Sie schreiben seit vielen Jahren Bücher und Kolumnen zum Thema Geld und was das mit dem Leben von Frauen zu tun hat. Welches Feedback bekommen Sie von Ihren Leserinnen?

Viele Frauen freuen sich, dass meine Beispiele immer reale Situationen zum Inhalt haben, die jede Frau nachvollziehen kann. Und ich bekomme viel Lob darüber, dass ich meinen Rat verständlich rüber bringe.

„Aufgeben kam nie in Frage“, so der Titel einer Ihrer Buchpublikationen. Welches sind für Sie die wichtigsten Lebenseinstellungen, die sowohl finanziell als auch persönlich zu einer eigenständigen Lebensweise führen?

Ich habe schon sehr früh in meinem Leben begriffen, wie wichtig Geld ist, um z. B. bei einem Partner bleiben zu KÖNNEN, aber nicht zu MÜSSEN. Nur eigenes Geld verschafft materielle Sicherheit und Unabhängigkeit.

Für mich gehört es deshalb zur Würde eines Menschen, nicht abhängig zu sein vom Fortbestand einer Partnerschaft, einer Lebensgemeinschaft.

Stimmt es, dass sich gerade gut ausgebildete Frauen wieder verstärkt aus dem Beruf verabschieden und sich ganz der Familie widmen? Was hat das für Folgen?

Wer heute noch ein traditionelles Familienmodell wählt, also Mann geht arbeiten, Frau ist dauerhaft zu Hause, geht ein existenzielles Risiko ein, vor dem auch das Bundesfamilienministerium warnt. Scheitert die Beziehung – und das ist immerhin bei jeder dritten Ehe der Fall – droht vielen dieser Frauen die Altersarmut, ein Problem, das häufig ausgeblendet wird.

In einer Familie werden die Aufgaben und Zuständigkeiten aufgeteilt. Das Thema Finanzen landet bei Frauen, die sich ungern mit diesem Thema auseinandersetzen, beim Ehepartner. Was raten Sie solchen Frauen?

Männer interessieren sich zwar mehr für Geld und sind risikobereiter. Trotzdem sollten Frauen ihrem Partner nicht die alleinige Verfügung und Verwaltung des gemeinsamen Geldes überlassen. Es muss eine gemeinsame Entscheidung sein, wie und wo gemeinsames Geld angelegt wird.

„Warum sind Frauen immer so bescheiden? Warum trauen sie sich so selten, etwas zu verlangen?“ In einem Interview äußern Sie, dass Frauen im Vergleich zu Männern noch immer vorsichtiger und weniger risikobereit bezüglich Geldanlagen sind, weil ihnen größtenteils die Erfahrung fehlt. Verursacht durch politische Gesetze und gesellschaftliche Normen hatten Männer lange Zeit das letzte Wort. Wie hat sich dies ihrer Erfahrung nach in den letzten 30 bis 40 Jahren verändert? Sind die Stimmen von Frauen selbstbewusster geworden?

Zum Glück hat sich da sich einiges verändert! Viele Frauen haben heute eine gute Ausbildung und verdienen ihr eigenes Geld. Und diese Frauen möchten natürlich auch, dass ihr Geld gut angelegt wird. Sie informieren sich und wer mehr weiß, ist auch bereit, ein vernünftiges Risiko einzugehen.

In Sachen Finanzanlagen fehlt es dem heutigen Markt kaum an Angeboten. Wie können Frauen an das Thema Finanzen rangehen?

Viele Frauen sind durch die Fülle von Angeboten und die oft sehr einseitigen Presseberichte über Geldanlagen verunsichert. Deshalb ist eine qualifizierte Beratung für eine individuelle Strategie zum Aufbau von Vermögen und zur Absicherung im Alter unbedingt nötig.