Versteckte Kosten für Kohle, Atom und Gas: Studie deckt auf

Laut einer aktuell veröffentlichten Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) entstehen bei konventionellen Energieanbietern gesellschaftliche Kosten durch staatliche Förderungen und Umweltbelastungen, die sich bisher im Strompreis nicht widerspiegeln.

Konventionelle-Energien-Umlage in FÖS-Studie

Die Förderung der erneuerbaren Stromerzeugung ist aufgrund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und deren Umlage transparent im Strompreis abzulesen. Durch die Umlage wird aufgezeigt, mit welchem Beitrag die VerbraucherInnen die Förderung erneuerbarer Energien mitfinanzieren. Bei konventionellen Energieträgern wird dies bisher nicht erfasst und auch nicht auf der Stromrechnung ausgewiesen. Atomenergie, Kohleförderung und Erdgaseinsatz verursachen gesellschaftliche Kosten in Form von staatlichen Subventionen und Vergünstigungen, Umweltschäden und anderen externen Kosten. Da diese jedoch nicht transparent auf der Stromrechnung ausgewiesen werden, wird der Eindruck vermittelt, nur Erneuerbare Energien würden finanzielle Belastungen mit sich bringen.

 

Um diesen Eindruck wissenschaftlich zu untersuchen, hat das FÖS bereits für das Jahr 2015 eine hypothetische „Konventionelle-Energien-Umlage“ berechnet, die analog zur EEG-Umlage funktioniert (FÖS 2015). So können die Kosten der Erneuerbaren und der Konventionellen Stromerzeugung einander gegenübergestellt und verglichen werden. Ersten Prognosen zufolge wird die EEG-Umlage im Jahr 2017 bei rund 7 Ct/kWh liegen. Würden die Kosten der Förderung und der Umwelt- und Klimabelastungen von Atomenergie, Kohle und Erdgas wie beim EEG auf die StromverbaucherInnen umgelegt, würde die „Konventionelle-Energien-Umlage“ den Strompreis in 2017 bis zu 10,8 Ct/kWh erhöhen. Damit belaufen sich die „versteckten“ Kosten auf wesentlich mehr als bisher gedacht. Die Kosten der Konventionellen Energieträger haben im Jahr 2017 voraussichtlich ein Volumen von rund 33 bis 38 Mrd. EUR und sind damit signifikant höher als die Differenzkosten bei der EEG-Umlage von rund 25 Mrd. EUR. Die Wissenschaftler des FÖS gehen in ihrer Studie zudem davon aus, dass die Bruttostromerzeugung aus Konventionellen Energien 2017 bei rund 400 Terawattstunden (TWh) liegt, was rund zwei Drittel der gesamten Stromerzeugung in Deutschland ausmacht. Fazit: Die Stromkunden müssten 2017 auf jede verbrauchte Kilowattstunde eigentlich deutlich mehr zahlen als bisher angedacht.

Der Vergleich des FÖS zeigt, dass die EEG-Umlage aus der Förderung Erneuerbarer Energien für die Gestaltung einer klima- und umweltfreundlicheren Energieversorgung eine signifikant geringere Kostenbelastung darstellt. Und das würde auch gelten, wenn die Umlage in Zukunft erheblich ansteigt. Anders als häufig angenommen sind die Erneuerbaren Energien somit günstiger und ersetzen Energieträger mit deutlich höheren Folgekosten für die Steuerzahler.

Ausführliche Informationen zur FÖS Studie sind hier erhältlich