Vorläufiger Insolvenzverwalter der Green City AG hat Arbeit aufgenommen

  • Sanierungsexperte Axel Bierbach zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt
  • Geschäftsbetrieb wird uneingeschränkt fortgeführt
  • Gute Chancen auf Investorenlösung und Sanierung des Unternehmens/ Sanierungsoptionen für die Kraftwerksparks werden geprüft
  • Löhne und Gehälter der rund 120 Beschäftigten über Insolvenzgeld gesichert
  • Hotline für Anleger ist eingerichtet

München, 31. Januar 2022 – Das Amtsgericht München hat am 26. Januar 2022 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Green City AG angeordnet und den Rechtsanwalt und Sanierungsexperten Axel W. Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen (München) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Die Münchener Green City AG, ein ganzheitlicher Anbieter für Entwicklung, Bau, Finanzierung und Betrieb von Erneuerbaren-Energien-Anlagen, hatte einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung gestellt. Die GCE Kraftwerkspark I GmbH, eine Tochtergesellschaft der Green City AG, hatte am 21. Januar 2022 ebenfalls einen Insolvenzantrag gestellt. Rechtsanwalt Bierbach ist hier bisher als Insolvenzgutachter tätig.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Bierbach hat zusammen mit einem Expertenteam begonnen, die wirtschaftliche Lage der Green City AG und aller zur Unternehmensgruppe gehörenden Gesellschaften im In- und Ausland zu prüfen sowie Gespräche mit allen wesentlichen Beteiligten aufzunehmen. Das operative Geschäft der AG, die Projektierung und Umsetzung von Projekten in den Bereichen Photovoltaik, Windenergie und Wasserkraft soll in vollem Umfang aufrechterhalten und alle laufenden Projekte fortgeführt werden. Auch die kaufmännische und technische Betriebsführung der bereits in Betrieb befindlichen Anlagen mit insgesamt rund 150 Megawatt (MW) Leistung ist vollumfänglich sichergestellt. „Wir werden jetzt alle Sanierungsoptionen für die Green City AG prüfen. Unser Ziel ist es, eine Fortführungslösung für das Unternehmen zu finden und eine bestmögliche Befriedigung der Gläubiger zu ermöglichen“, sagte Sanierungsexperte Bierbach. Dazu zählen insbesondere tausende Kleinanleger, Lieferanten und institutionelle Investoren.

Für eine Fortführung und Sanierung des Unternehmens sieht Bierbach gute Erfolgschancen: „Die Green City AG betreibt attraktive Projekte, besitzt eine sehr gute Reputation und hat eine extrem engagierte und kompetente Belegschaft“, so Bierbach weiter. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird nun die vom Unternehmen bereits im vergangenen Jahr initiierten Investorengespräche aufgreifen und einen strukturierten Investorenprozess aufsetzen. Zunächst aber will er vor allem das Bestandsgeschäft stabilisieren. „Wirtschaftlich ist es unverzichtbar, dass das Projektgeschäft weiterläuft und die begonnenen Vorhaben fertiggestellt werden können“, sagte Bierbach. Aktuell baut die Green City AG in Deutschland vier Projekte mit insgesamt knapp 40 MW Leistung. Bis März rechnet das Unternehmen mit der Baureife für vier weitere Wind- und Solarkraftwerke mit insgesamt rund 26 MW Leistung.

„Unser Team unterstützt den vorläufigen Insolvenzverwalter nach allen Kräften, um dem Unternehmen eine Perspektive zu bieten. Wir haben die Möglichkeit, zahlreiche Wind- und Solarparks ans Netz zu bringen und signifikante Ertragspotenziale im Zukunftsmarkt der Erneuerbaren Energien zu heben“, so der Vorstandsvorsitzende der Green City AG, Jens Mühlhaus. Die rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Green City AG hat der vorläufige Insolvenzverwalter in der vergangenen Woche über die Situation und das weitere Vorgehen informiert. Ihre Löhne und Gehälter sollen über eine Vorfinanzierung des Insolvenzgelds der Bundesagentur für Arbeit bis einschließlich März 2022 gesichert werden. „Die Anmeldung der Insolvenz war für uns und unsere Partner ein harter, aber notwendiger Schritt. Jetzt fokussieren wir uns auf tragfähige Lösungen, um das Unternehmen auf eine neue Finanzierungsbasis zu stellen und Gläubigeransprüche bestmöglich zu sichern“, ergänzte Finanzvorständin Heike von der Heyden.

„Die Prüfung des Sanierungsbedarfes und der Sanierungsoptionen für die hauptsächlich über Anleihen finanzierten Kraftwerksparks läuft bereits auf Hochtouren. Dies wird auf Grund der erheblichen Komplexität voraussichtlich noch Wochen, wenn nicht Monate dauern“, betonte Axel Bierbach. Für die Anleger der Green City AG und der Kraftwerkparks steht ein Team von Mitarbeitern der Green City AG über eine eigens eingerichteten Hotline (Telefon: 089/890 668-500) zur Verfügung, das Fragen gerne telefonisch beantwortet.