Weniger ist mehr – auch beim Klimaschutz!

Auf der Rangliste des weltweiten CO2-Verbrauchs liegt Deutschland auf den vorderen Plätzen: Pro Kopf verbraucht ein Deutscher im Schnitt 7,7 Tonnen (2020). Das ist mehr als 60 Prozent über dem Weltdurchschnitt und circa viermal so hoch wie der Verbrauch einer Person in Indien (1,74 Tonnen). Um den Treibhauseffekt einzudämmen und das Klima zu schützen, müsste unser CO2-Ausstoß um 90 Prozent auf unter 1 Tonne je Person gesenkt werden. Das klingt erst einmal nach einer Herausforderung – birgt andererseits aber ein enormes Potenzial für Einsparungen. Die größten Stellschrauben stehen uns in den Bereichen Mobilität, Wohnen und Ernährung zur Verfügung. Wo und wie Sie diese – alltagstauglich – drehen können, um Ihren CO2-Ausstoß zu senken, erfahren Sie hier.*

von Veronika Hackl | Lesezeit 4 Minuten

Lieber 1 Grad weniger im Wohnzimmer statt eines 2 Grad heißeren Planeten

Die Erzeugung von Raumwärme verursachte 2018 rund 130 Millionen Tonnen Treibhausgase. Das sind rund zwei Drittel aller Emissionen aus dem Bedarfsfeld Wohnen. Wer etwas zum Klimaschutz beitragen will, hat zwei große Schlüssel in der Hand: 1. die Energie für Wärme aus Erneuerbaren Energieträgern, wie Biogasanlagen oder Geothermie, zu beziehen. 2. die Raumtemperatur auf nur 1 Grad weniger zu regulieren. Im Alltag ist die Änderung kaum spürbar; der Energieverbrauch wird aber merklich sinken. Das freut nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie.

Digitales Raumthermometer, das bedient wird.
Klimaschutz ist bares Geld: Niedrigere Temperaturen freuen auch das Portemonnaie.

Auf dem Herd steht noch eine große Portion Treibhausgas

Kuh auf Weide
Muss sie wirklich auf einem Teller landen?

 

Das saftige Steak auf dem Teller verursacht auch eine saftige CO2-Rechnung. Ernährung trägt rund 1 Fünftel zu den klimaschädlichen Treibhausgas- emissionen bei. Besonders viel Emissionen entstehen durch die Produktion tierischer Produkte. Ein Kilogramm Rindfleisch schlägt mit 11 bis hin zu satten 30 Kilogramm CO2 zu Buche. Zum Vergleich: Obst oder Gemüse verursachen weniger als 1 Kilogramm. Auch Milch schmeckt noch besser, wenn man zur veganen und damit klimafreundlicheren Alternative greift: 1 Kilogramm CO2 spart der Liter Hafermilch im Vergleich zur Kuhmilch. Nicht nur die produzierten Treibhausgase sollte beim Einkauf stärker ins Bewusstsein rücken: Oft ist Billigfleisch auch mit Tierleid verbunden. Wer will das im Kühlschrank liegen haben?

Walking on Sunshine

Die Entscheidung, das Auto heute stehen zu lassen, trägt doppelt zum Klimaschutz bei. Nach Inlandsflügen ist der Personenverkehr mit dem PKW mit 154 Gramm pro Personenkilometer immer noch der größte Treibhausgasverursacher. Das Gros der Energie stammt immer noch aus fossilen Energieträgern. Der Anteil Erneuerbarer Energien am gesamten Verkehr in Deutschland beträgt nur traurige 7,5 Prozent (Stand 2020). Zudem sind die Abgase schädlich für unsere Gesundheit. Das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, vermeidet also nicht nur CO2, sondern schützt uns auch vor Gesundheitsgefahren.

Autoreifen, der Modellerde überrollt
Das Auto ist nach wie vor einer der Klimakiller Nummer 1.

Klimabewusst leben – jetzt!

Wissen Sie, wie hoch ihr CO2-Abdruck ist? Der CO2-Rechner des Umweltbundesamtes verrät Ihnen nicht nur die Höhe, sondern auch, wie Sie ihn verringern können. Seien Sie neugierig, werden Sie aktiv und justieren Sie die CO2-Stellschrauben. Mit Blick auf eine lebenswerte Zukunft!

*Anmerkung der Redaktion: Das bezieht sich auf Menschen in sicherer finanzieller Lage.

 

 

Quellen
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Umweltbundesamt, Statistisches Bundesamt, Emission Database for Global Atmospheric Research (EDGAR/JRC), Bundeszentrum für Ernährung

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