Wie in der Fahrschule: Bayern würgt die Energiewende ab

Bayern verschläft die größte Transformation unseres Zeitalters: Konstanz rief letzte Woche den Klimanotstand aus – nur in Bayern verschließt man die Augen. Nach der 10H-Abstandsregelung von Windenergie erstickt der Freistaat nun auch noch den Ausbau der Solarenergie im Keim. Bayern hatte als eines der ersten Bundesländer von der Länderöffnungsklausel im EEG 2017 Gebrauch gemacht und 30 Zuschläge für Photovoltaik-Ausschreibungsanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen in benachteiligten Gebieten freigegeben. So weit so gut, allerdings ist das Kontingent schon nach der ersten Ausschreibungsrunde so gut wie ausgeschöpft. Einzig 4 Photovoltaik-Ausschreibungen sind noch offen, 26 Angebote musste die Bundesnetzagentur abweisen. Statt volle Schubkraft in den Energieträger Nummer 1 der Zukunft zu nehmen, treten die politischen Entscheider auf die Bremse. Dabei nehmen gerade Photovoltaik-Anlagen in Bayern eine tragende Rolle in der Energiewende ein, nachdem durch die 10H-Abstandsregelung zu Wohngebieten der Ausbau der Windenergie praktisch eingestellt wurde.

Warum gibt man Flächen, nach denen kein Hahn kräht, nicht für weitere Solaranlagen frei?

Als benachteiligte Gebiete handelt es sich um landwirtschaftliche Flächen, die sich schwer bewirtschaften lassen. Sie erzielen nur unterdurchschnittliche Produktionsergebnisse, weder Nahrung, Futtermittel oder Energiepflanzen können dort ertragreich angebaut werden. Ein idealer Standort also für Solaranlagen – das Argument vom Flächenfraß ist nicht haltbar, wenn es sich um Flächen handelt, die niemand benötigt. Zudem machen landwirtschaftlich „benachteiligte“ Gebiete einen Großteil der Fläche des Freistaats aus, vor allem nördlich der Donau. Umso trauriger, wenn die politischen Entscheider auf der Bremse stehen. In den kommenden 15 Jahren müssen wir die Solarenergieerzeugung in Deutschland verachtfachen – von 50.000 Megawatt auf bis zu 400.000 Megawatt. Dafür wird jede verfügbare Fläche benötigt.

Solarenergie ist der kostengünstigste Energieträger in Europa

Ein Blick auf die Energiewirtschaft zeigt, wie wenig das vorhandene Potenzial genutzt wird. Durch die Verknüpfung aus sinkenden Technologiekosten, starker Sonneneinstrahlung und steigenden Wirkungsgraden entwickelt sich Solarenergie zum kostengünstigsten Energieträger in Europa. Die Kilowattstunde Ökostrom ist das „grüne Gold“ des neuen Energiezeitalters. Weiterer Zubau senkt nicht nur die Technologiekosten, sie beschleunigt auch die grüne Energiewende. Und die ist wichtiger denn je, wie aktuell an der Stadt Konstanz zu sehen ist. Doch die politischen Entscheider schlafen – die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft muss selbst in die Hand genommen werden. Der Schlüssel dazu sind investitionsgetriebene Energieanlagen. Worauf noch warten?

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