Wie wir die Energiewende trotzdem schaffen - erfolgreiche Auftaktveranstaltung 2016

Wie können wir die Energiewende trotz aller Widerstände schaffen? Unter dieser Frage stand die Auftaktveranstaltung, zu der Green City Energy am Donnertag den 25.02.2016 in den Festsaal des Kolpinghauses geladen hatte. Rund 270 Gäste waren der Einladung gefolgt und erlebten einen spannenden wie abwechslungsreichen Abend. Als Gastredner referierte Prof. Dr. Reinhard Loske über die Klimapolitik am Scheideweg.

Gastvortrag von Prof. Dr. Reinhard Loske

In seinem inspirierenden Gastvortrag beleuchtete Prof. Dr. Reinhard Loske , der sich seit über 25 Jahren als Wissenschaftler und später als Politiker mit Klimapolitik beschäftigt, die deutsche Energiewende im Lichte der Pariser Klimaabschlüsse. Dazu analysierte er zunächst die Hauptereignisse des letzten Klimagipfels. Der allgemeinen Euphorie wollte sich Loske nicht anschließen. Das beschlossene globale Ziel von Netto-Null-Treibhausgasemissionen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts würde faktisch auch eine globale Dekarbonisierung der Weltwirtschaft zwischen 2060 und 2080 bedeuten. Das bedeutet, nur 20 bis 30 % der heute bekannten fossilen Vorkommen dürften überhaupt noch gehoben werden, während ein Großteil davon aber finanziell längst eingeplant sei. Die Einigung auf das 1,5 Grad- Ziel sei also natürlich sehr zu begrüßen, wirtschaftlich aber sehr schwer durchsetzbar. In der Konsequenz würden Energieriesen, die sich bereits Öl- und Gasfelder gesichert haben „praktisch enteignet werden“, da ein großer Teil ihrer Ressourcen nicht mehr genutzt werden dürfte und somit praktisch wertlos wäre. Daher hält Loske die Einigung für weitgehend theoretisch.

Ob sich die deutsche Energiewende auf dem “klimapolitischen Zielerreichungspfad” befindet, beantwortet Loske im Hinblick auf die Erneuerbaren im Stromsektor mit einem vorsichtigen „eher ja“. Der Wachstumspfad der Erneuerbaren Energien sei in den letzten Jahren sehr positiv. Die Grundphilosophie, möglichst viele Menschen daran partizipieren zu lassen, sei aber leider ein wenig unter die Räder gekommen. Warum das erfolgreiche Wachstum der Erneuerbaren durch die anstehende EEG-Novelle gedeckelt werden soll, ist für Loske wie für die meisten Brancheninsider nicht nachvollziehbar.

Bezogen auf die Dekarbonisierung des Stromsektors beantwortete Loske die Frage nach dem positiven Verlauf der Entwicklung eindeutig mit „nein“. Trotz des starken Ausbaus der Erneuerbaren sei kein nennenswerter Rückgang der CO2-Emissionen zu erkennen. Die Ursachen dafür sieht Loske v.a. in der politischen Protektion der Kohleverstromung.

Zum Interview mit Professor Dr. Reinhard Loske

Vorstellung der ökologischen Geldanlage Kraftwerkpark III

Die folgende Vorstellung der ökologischen Geldanlage „Kraftwerkpark III“ von Green City Energy schloss direkt an das Thema an. Denn es steht fest: die Energiewende kommt immer noch von unten und der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss konsequent weitergehen, damit der Energieumstieg zu schaffen ist. Jens Mühlhaus und Frank Wolf, Vorstände von Green City Energy, stellten Zahlen und Fakten des Kraftwerksparks III vor, der einem inzwischen bewährten Konzept folgt. Wie schon ihre Vorgänger, der Kraftwerkspark I und II, bündelt die Geldanlage ausgewählte regenerative Energieanlagen aus den Bereichen Wind, Wasser und Sonne in den drei Märkten Deutschland, Frankreich und Italien. Durch diese Diversifizierung und kontrollierte Internationalisierung emanzipiert sich der Kraftwerkspark ein Stück weit von den jeweiligen politischen und klimatischen Bedingungen.
Zu den Konditionen des Kraftwerkspark III

Ausklang des Abends bei Buffet und Getränken

Im Anschluss an die Vorträge hatten alle Gäste die Gelegenheit, offene Fragen bei Speis und Trank direkt mit den Mitarbeitern von Green City Energy zu klären.